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Dienstag, 29. September 2026

BASF und Evonik: Abgelehnte Offerte hält Übernahmefantasie am Leben

BASF prüft eine Übernahme des Spezialchemiekonzerns Evonik. Offiziell bestätigte der Ludwigshafener Konzern bislang lediglich Sondierungen mit Evonik und deren Großaktionärin RAG-Stiftung. Der Fortgang und das Ergebnis dieser Gespräche seien offen. Evonik erklärte zugleich, eine unverbindliche Ansprache für ein mögliches freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot erhalten zu haben. Konkrete Gespräche fänden derzeit nicht statt.

Nach einem Bericht der Financial Times soll BASF 22,15 Euro je Evonik-Aktie geboten haben. Das Angebot sei von Evonik als nicht ausreichend zurückgewiesen worden. Eine Bestätigung der genannten Preisvorstellung durch die beteiligten Unternehmen liegt bislang nicht vor. Der Kurssprung der Evonik-Aktie nach Bekanntwerden des BASF-Interesses zeigt jedoch, dass der Kapitalmarkt mit einer möglichen Nachbesserung rechnet.

Industriell erscheint ein Zusammenschluss naheliegend: Evonik zählt mit einem Umsatz von 14,1 Milliarden Euro und einem bereinigten EBITDA von 1,9 Milliarden Euro im Jahr 2025 zu den führenden Spezialchemieunternehmen. Für BASF könnte die Transaktion insbesondere das margenstärkere Spezialchemieportfolio erweitern und die Position gegenüber globalen, vor allem chinesischen Wettbewerbern stärken. Zugleich wäre ein Zusammenschluss in einer von Kostendruck, Überkapazitäten und hohen europäischen Energiepreisen geprägten Branche ein deutlicher Konsolidierungsschritt.

Der Schlüssel zu jeder Transaktion liegt bei der RAG-Stiftung. Sie hält rund 44 Prozent der Evonik-Aktien und bleibt damit der maßgebliche Ankeraktionär. Zwar will die Stiftung ihre Beteiligung langfristig auf 25,1 Prozent reduzieren. Ein Verkauf zu einem Preis, der den strategischen Wert und mögliche Synergien nicht angemessen abbildet, dürfte jedoch kaum in ihrem Interesse liegen.

Für BASF ist die Finanzierung ein wesentlicher Punkt. Der Konzern verfolgt zugleich ein Aktienrückkaufprogramm und will seine Nettoverschuldung weiter reduzieren. Ob aus den Sondierungen ein formelles Angebot wird, hängt daher nicht nur von der Preisvorstellung der RAG-Stiftung ab, sondern auch davon, ob BASF einen überzeugenden strategischen und finanziellen Rahmen für die Übernahme vorlegen kann. 

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