Corporate News
- Vom Unternehmen eingeleitete noch laufende Untersuchungen erfordern mehr Zeit für die Aufstellung und Abschlussprüfung
- Verkauf der US-Tochter Centor zur Optimierung der Kapital- und Finanzierungsstruktur noch in diesem Jahr
- Transformationsprogramm erfolgreich gestartet
- Ausblick 2026: Umsatz von 2,3 - 2,4 Mrd. Euro und moderat positiver Free Cashflow erwartet
Düsseldorf, 10. Februar 2026. Gerresheimer, innovativer System- und Lösungsanbieter und globaler Partner für die Pharma-, Biotech- und Kosmetikbranche, verschiebt die Veröffentlichung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2025. Ein neuer Veröffentlichungstermin wird in Absprache mit dem Abschlussprüfer festgelegt werden. Gerresheimer hat aufgrund interner Hinweise in Abstimmung mit dem Abschlussprüfer weitere Untersuchungen durch eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zur Erfassung von Umsatzerlösen und Bilanzierung in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 beauftragt. Damit will das Unternehmen sicherstellen, dass die Vorjahreszahlen, unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus der Untersuchung einer unabhängigen Rechtsanwaltskanzlei im Zusammenhang mit dem laufenden BaFin-Verfahren, umfassend korrigiert werden und der Jahres- und der Konzernabschluss 2025 den qualitativen Ansprüchen vollumfänglich gerecht werden. Da die Untersuchungen derzeit noch andauern, besteht ein höherer zeitlicher Bedarf für die Erstellung und Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2025 einschließlich der Korrektur der Vorjahreszahlen. Um die Kapital- und Finanzierungsstruktur zu optimieren, hat Gerresheimer den Verkauf der US-Tochter Centor Inc. initiiert. Centor ist ein führender Anbieter von Verpackungssystemen für die Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente in den USA. Für den Verkauf wurde die Investmentbank Morgan Stanley & Co. International plc mandatiert. Parallel dazu treibt Gerresheimer die Umsetzung des umfassenden Transformationsprogramms gto voran, um das Unternehmen zurück auf einen profitablen Wachstumskurs zu führen. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Gerresheimer einen Umsatz von rund 2,3 bis 2,4 Mrd. Euro Umsatz, eine Adjusted EBITDA-Marge von rund 18 bis 19 % und einen moderat positiven Free Cashflow.
„Als neu formiertes Vorstandsteam wollen wir sicherstellen, dass der
Jahres- und der Konzernabschluss 2025 unseren Ansprüchen an Qualität,
Konformität und Transparenz vollumfänglich entspricht“, so Wolf Lehmann,
CFO der Gerresheimer AG. „Aufgrund der noch laufenden Untersuchungen
dauert der Prozess länger als erwartet. Wir arbeiten die bislang
identifizierten Sachverhalte aus den Untersuchungen strukturiert und in
enger Abstimmung mit dem Abschlussprüfer auf.“
„Der Fokus auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren
Kunden und die konsequente Umsetzung unseres Transformationsprogramms
werden Gerresheimer zurück in die Erfolgsspur bringen“, so Uwe Röhrhoff,
CEO der Gerresheimer AG. „Die Optimierung unserer Kapital- und
Finanzierungsstruktur durch den geplanten Verkauf von Centor verschafft
uns die Möglichkeit, erforderliche Maßnahmen umzusetzen und damit das
vorhandene Potenzial unseres Unternehmens zu heben.“
Untersuchungen dauern an
Gerresheimer hat aufgrund interner Hinweise in Abstimmung mit dem Abschlussprüfer weitere Untersuchungen durch eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zur Umsatzerfassung und Bilanzierung in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 beauftragt.
Nach bisherigen Erkenntnissen der vom Unternehmen eingeleiteten neuen Untersuchungen haben einzelne Mitarbeitende gegen interne Richtlinien und IFRS-Regelungen verstoßen. Die daraus resultierenden Korrekturen im Konzernabschluss betreffen im Wesentlichen die Erfassung von Umsatzerlösen und die Bilanzierung und Bewertung von Vorräten. Gerresheimer prüft weiter Ursachen und Verantwortlichkeiten und hat bereits erste personelle und organisatorische Konsequenzen gezogen.
Auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse der laufenden Untersuchungen
und der Abschlussprüfungsarbeiten inklusive der bereits angekündigten
Korrekturen von Umsätzen aus Bill-and-Hold ergibt sich damit für das
Geschäftsjahr 2024 aktuell ein Korrekturbedarf von insgesamt
voraussichtlich rund -35 Mio. Euro bei den Umsatzerlösen und
voraussichtlich rund -24 Mio. Euro beim Adjusted EBITDA. Die im Rahmen
der noch laufenden Untersuchungen identifizierten fehlerhaften Buchungen
aus dem Geschäftsjahr 2025 werden korrigiert.
Auswirkungen auf die Prognose 2025 und erwartete Wertminderungen
Nach dem derzeitigen Stand der Abschlussarbeiten und unter Berücksichtigung der Erkenntnisse der laufenden Untersuchungen wird der Umsatzrückgang 2025 voraussichtlich am oberen Ende der Prognosespanne von -4 bis -2 % oder geringfügig besser ausfallen. Die Adjusted EBITDA-Marge wird im Geschäftsjahr 2025 voraussichtlich zwischen 16,5 und 17,5 % liegen (zuvor 18,5 bis 19,0 %). Das Adjusted EPS wird voraussichtlich im hohen zweistelligen Prozentbereich zurückgehen und kann auch negativ werden (zuvor: Rückgang im mittleren zweistelligen Prozentbereich).
Nach den bislang vorliegenden Ergebnissen der Impairment-Tests erwartet Gerresheimer im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2025 nicht-zahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von rund 220 bis 240 Mio. EUR. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um Wertminderungen von Technologie- und Entwicklungsprojekten der Sensile Medical AG sowie unter anderem um Wertminderungen der Vermögenswerte der Gerresheimer Moulded Glass Chicago Inc., Chicago, USA. Das Moulded-Glass-Werk in Chicago Heights wird als eine der Maßnahmen der Transformationsinitiative zum Ende des Geschäftsjahres 2026 geschlossen.
Verkauf von Centor zur Optimierung der Kapital- und Finanzierungsstruktur
Aufgrund des starken Interesses von potenziellen Käufern hat
Gerresheimer den Verkauf der 100-%-Tochter Centor Inc., USA, initiiert
und plant diesen noch in diesem Jahr abzuschließen. Centor ist ein
führender Anbieter von Verpackungssystemen für die Abgabe
verschreibungspflichtiger Medikamente in den USA. Mit dem Verkauf, für
den bereits die Investmentbank Morgan Stanley & Co. International
plc mandatiert ist, will das Unternehmen seine Kapital- und
Finanzierungsstruktur optimieren. Auch die Separierung des
Moulded-Glass-Geschäfts wird weiter vorangetrieben, der beabsichtigte
anschließende Verkaufsprozess wird jedoch nicht im Geschäftsjahr 2026,
sondern zu einem späteren Zeitpunkt initiiert werden.
Transformationsprogramm gto erfolgreich gestartet
Um das Unternehmen auf einen profitablen Wachstumskurs zu führen,
setzt Gerresheimer derzeit ein umfassendes Transformationsprogramm zur
Kostensenkung, Performance-Steigerung und Verbesserung des Free Cashflow
um. Das Programm beinhaltet unter anderem eine selektivere
Investitionsplanung, ein verbessertes Working-Capital-Management,
Maßnahmen zur Steigerung der operativen und vertrieblichen Performance
und die Optimierung des Einkaufs sowie des globalen
Produktionsnetzwerkes. So wird Gerresheimer beispielsweise das
Type-1-Moulded-Glass-Werk in Chicago Heights, USA, bis zum Ende des
Geschäftsjahres 2026 schließen und das Geschäft auf die drei weiteren
Type-1-Moulded-Glass-Werke in Italien und Indien verlagern.
Ausblick 2026: Positiver Free Cashflow
Gerresheimer sieht für den Pharma- und Kosmetikmarkt im Geschäftsjahr 2026 ein stabiles bis leicht wachsendes Marktumfeld. Das Unternehmen erwartet trotz eines voraussichtlich schwächeren ersten Halbjahres, vor M&A-Aktivitäten Umsatzerlöse von rund 2,3 bis 2,4 Mrd. Euro, eine Adjusted EBITDA-Marge von rund 18 bis 19 % sowie einen moderat positiven Free Cashflow.
Über Gerresheimer
Gerresheimer ist als innovativer System- und Lösungsanbieter der globale
Partner für die Pharma-, Biotech- und Kosmetikbranche. Die Gruppe
bietet ein umfassendes Portfolio an Drug-Containment-Lösungen inklusive
Verschlüsse und Zubehör, sowie Drug-Delivery-Systemen, Medizinprodukten
und Lösungen für die Gesundheitsbranche an. Das Leistungsspektrum
umfasst unter anderem digitale Lösungen für die Therapiebegleitung,
On-Body Devices, Spritzen, Pens, Autoinjektoren und Inhalatoren sowie
Injektionsfläschchen, Karpulen, Ampullen, Tablettenbehälter, Infusions-,
Tropf- und Sirupflaschen. Gerresheimer sorgt dafür, dass Medikamente
sicher zum Patienten gelangen und zuverlässig verabreicht werden können.
Gerresheimer unterstützt seine Kunden mit umfassenden Dienstleistungen
entlang der Wertschöpfungskette und der Adressierung der wachsenden
Nachfrage nach mehr Nachhaltigkeit. Mit über 40 Produktionsstandorten in
16 Ländern in Europa, Amerika und Asien ist Gerresheimer weltweit
präsent und produziert vor Ort für die regionalen Märkte. Die Gruppe
erwirtschaftete zusammen mit Bormioli Pharma 2024 einen Umsatz von rund
2,4 Mrd. Euro und beschäftigt aktuell rund 13.600 Mitarbeitende. Die
Gerresheimer AG notiert im SDAX an der Frankfurter Wertpapierbörse
(ISIN: DE000A0LD6E6).
www.gerresheimer.com
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen