von Rechtsanwalt Martin Arendts, M.B.L.-HSG
FN 212163 f
gemeinsamer Vertreter: Rechtsanwalt Dr. Bernhard Garger, 1010 Wien,
Antragsgegnerin: Vonovia SE
Verfahrensbevollmächtigte der Antragsgegnerin:
Freshfiels Rechtsanwälte PartG mbB, A-1090 Wien
Aktuelle Informationen zu Spruchverfahren bei Squeeze-out-Fällen, Organverträgen und Fusionen sowie zu Übernahmeangeboten, StaRUG-Enteignungen und Delisting-Fällen
Die beiden Blogs "SpruchZ: Spruchverfahren Recht & Praxis" und "SpruchZ: Shareholders in Germany" (ausgewählte Beitr...
von Rechtsanwalt Martin Arendts, M.B.L.-HSG
Veröffentlichung einer Insiderinformation nach Artikel 17 der Verordnung (EU) Nr. 596/201
Langmeil, 16. Februar 2026 - Das Geschäftsjahr 2024/25 markiert für MOBOTIX einen weiteren wichtigen Meilenstein in der strategischen Neuausrichtung hin zu wachstumsstarken Märkten und margenrelevanten Produktlösungen. Die im Berichtsjahr erzielten Fortschritte zeigen, dass Maßnahmen zunehmend Wirkung entfalten und die Weichen für eine nachhaltige Entwicklung gestellt wurden. Diese Maßnahmen beinhalteten die konsequente Fokussierung der Produktstrategie auf unsere Kernkompetenzen — insbesondere die Thermalkameratechnologie sowie die OCR-Technologie (Optische Zeichenerkennung und -auswertung) von VAXTOR — und den gezielten Ausbau KI-gestützter Bildanalysen.
Der Konzernumsatz konnte im Geschäftsjahr 2024/25 von 50,0 Mio. EUR auf 52,7 Mio. EUR gesteigert werden, was einem Wachstum von 5,3 % entspricht.
Der MOBOTIX Produktumsatz erhöhte sich auf 46,0 Mio. EUR (+ 6,2 %). Mit unseren Kernprodukten haben wir Marktanteile gewinnen und somit unsere Position im Bereich leistungsfähige, cyber-sichere und intelligente Video-Sicherheitslösungen stärken können.
Die regionale Umsatzentwicklung zeigt ein differenziertes Bild:
EMEA steigerte seinen Produktumsatz um 10 % und bestätigt damit die Stärke von MOBOTIX in professionellen und regulierten Einsatzfeldern aber zugleich den strategischen Wert der Investitionen in Marktbearbeitung, Partnernetzwerk und Lösungsportfolio.
Besonders dynamisch entwickelten sich die Umsätze in Americas mit + 25 % – wobei der US-Markt mit einem Wachstum von + 46 % herausragt. Dieses Ergebnis ist ein starkes Signal, dass MOBOTIX im weltweit wichtigsten Innovationsmarkt wieder wahrgenommen wird.
Die Umsatzentwicklung in DACH hat sich in einem Umfeld, das weiterhin durch Investitionszurückhaltung und hohe Wettbewerbsintensität geprägt ist, stabilisiert. Das Umsatzvolumen konnte gehalten werden und wird zukünftig gezielt über Mehrwertlösungen gesteigert.
Die Umsätze in APAC haben sich mit -23 % deutlich rückläufig entwickelt. Der Marktauftritt und das Vertriebsteam wurden daher neu aufgestellt. Effektivere Partnerstrukturen und Vertriebsprozesse wurden neu etabliert.
Ein zentrales Element unserer Strategie ist die Weiterentwicklung eines profitablen Lösungsportfolios.
Die Umsätze im Thermal Produktsegment sind von 5,8 Mio. EUR um 40 % auf 8,1 Mio. EUR gewachsen. Der Anteil dieses Segmentes an dem Gesamtgeschäft liegt bei 18 % und unterstreicht die strategische Bedeutung von Thermalkameras in sicherheitskritischen Anwendungen in Industrie, Infrastruktur und Perimeterschutz – Segmenten, in denen Qualität, Zuverlässigkeit und Systemintegration besonders gefragt sind.
VAXTOR hat seine Umsätze um +7,4 % von 5,4 EUR auf 5,8 Mio. EUR steigern können. Damit entwickelt sich auch der Analytics-Bereich weiter und stärkt das Angebot an intelligenten, KI-gestützten Mehrwertfunktionen – eine Anforderung, die für viele Kunden zunehmend kaufentscheidend ist.
Wesentliche Kosteneinsparungen sind die Verminderung der Personalkosten, die von 21,8 Mio. EUR im Vorjahr auf 21,2 Mio. EUR im Berichtsjahr weiter gesenkt worden sind.
Der neue Mehrheitsaktionär CERTINA hat die finanzielle Stärkung der MOBOTIX im Berichtsjahr mit einem Forderungsverzicht von 12,0 Mio. EUR der von KONICA MINOLTA zum 29. April 2025 übernommenen Darlehen (53,2 Mio. EUR) mit Besserungsschein unterstützt. Mit dieser Maßnahme konnte die Eigenkapitalquote zum 30. September 2025 auf 21,3 % erhöht und somit die Eigenbonität um 4,5 % Punkte gegenüber dem Vorjahr verbessert werden. Die Fälligkeit der verbleibenden Darlehen wurde bis 31. Dezember 2028 prolongiert.
Das EBIT im Konzern beläuft sich somit im Geschäftsjahr 2024/25 auf +8,3 Mio. EUR (Vorjahr: -3,1 Mio. EUR). Das Konzernjahresergebnis beträgt im Berichtsjahr +2,8 Mio. EUR (Vorjahr: -5,2 Mio. EUR).
Die bilanzfeststellende Aufsichtsratssitzung ist für den 24. Februar 2026 festgesetzt. Die Hauptversammlung ist für den 17. April 2026 geplant.
von Rechtsanwalt Martin Arendts, M.B.L.-HSG
In dem Spruchverfahren zum Ausschluss der Minderheitsaktionäre bei der GK Software AG hat das LG Leipzig mit Beschluss vom 10. Februar 2026 Herrn Rechtsanwalt Dr. Martin Weimann zum gemeinsamen Vertreter bestellt.
Bei der Antragsgegnerin Fujitsu ND Solutions AG handelt es sich um ein Transaktionsunternehmen des Fujitsu-Konzerns. Mit einem Übernahmeangebot im Jahr 2023 hatte der Fujitsu-Konzern eine Mehrheit an der Gesellschaft übernommen.
Am 5. Februar 2026 hat das Handelsgericht in Zürich zwei
wegweisende Beschlüsse gefasst: Es gewährt den Klägern volle Einsicht in
die von der UBS editierten Dokumente in die ungeschwärzten Fassungen
und erteilte den Gutachterauftrag zur Ermittlung des Werts der Credit
Suisse zu Fortführungswerten definitiv.
Entscheid zur Akteneinsicht im Verfahren gegen die UBS
Die UBS hatte versucht, den Klägern den Zugang zu den von ihr edierten Unterlagen zu verweigern. Das hat das Gericht abgelehnt und entschieden, dass die Kläger Zugang erhalten zu den ungeschwärzten Dokumenten. Diese Dokumente beleuchten insbesondere die interne Willensbildung der UBS im Vorfeld der CS-Übernahme vom 19. März 2023 sowie deren eigene Bewertungsmodelle für die Credit Suisse. Die UBS hatte verlangt, dass die Kläger nur in diejenigen Unterlagen Einsicht erhalten sollten, auf die sich die Gerichtsgutachten in ihrem Gutachten ausdrücklich stützen, und selbst dort nur in stark geschwärzte Versionen. Die Kläger hätten somit nicht gewusst, ob die edierten Dokumente allenfalls weitere relevante Informationen enthalten, auf welche die Gutachter nicht verwiesen.
Um den Schutz vertraulicher Geschäftsgeheimnisse zu gewährleisten, ist die Einsichtnahme jedoch an strikte prozessuale Auflagen gebunden. Die betroffenen Akten dürfen ausschliesslich physisch in den Räumlichkeiten des Handelsgerichts eingesehen werden. Ein Recht auf Vervielfältigung, etwa durch Kopien oder Fotografien, besteht nicht. Zudem sind die Informationen aus den Unterlagen vertraulich und dürfen Dritten nicht mitgeteilt werden.
Für die UBS ergeben sich aus diesem Entscheid nun zwei Optionen, sich
der Gerichtsentscheidung zu widersetzen: Innerhalb einer Frist von 30
Tagen kann der Beschluss beim Bundesgericht angefochten werden.
Alternativ steht der Bank das Recht zu, die edierten Unterlagen
innerhalb von 40 Tagen vollständig aus dem Verfahren zurückzuziehen, um
eine Einsichtnahme zu verhindern. Das Gericht hat in diesem Zusammenhang
jedoch klargestellt, dass ein solcher Rückzug gemäss Art. 164 ZPO im
Rahmen der späteren Beweiswürdigung zu Lasten der UBS berücksichtigt
würde.
Gutachtensauftrag erteilt
Parallel zu diesen Entwicklungen wurde vom Handelsgericht in Zürich der
Gutachtensauftrag an die beiden Experten Prof. Dr. Peter Leibfried und
Roger Neininger erteilt. Die beiden Experten sollen nun den Wert der
Credit Suisse per 19. März 2023 zu Fortführungswerten im Hinblick auf
die Fusion ermitteln. Auf die Beschwerde gegen deren Ernennung ist das
Bundesgericht erfreulicherweise nicht eingetreten. Die Erstellung des
Gutachtens wird voraussichtlich einige Zeit in Anspruch nehmen.
Über den SASV:
Der Schweizerische Anlegerschutzverein (SASV) setzt sich für Transparenz auf dem schweizerischen Kapitalmarkt sowie die Förderung und Durchsetzung von Anlegerrechten in der Schweiz ein. Er bezweckt die schutzwürdigen Agenden von Anlegern in Bezug auf Geldanlagen wahrzunehmen und sie hierbei auch bei der Durchsetzung ihrer gesellschaftsrechtlichen und wirtschaftlichen Interessen zu unterstützen. Ziel ist es, für gute Corporate Governance und Transparenz auf dem schweizerischen Kapitalmarkt zu sorgen. Der SASV ist gemeinnützig und nicht auf Gewinn ausgerichtet.
Frankfurt am Main, 13.02.2026 - Die capsensixx AG (ISIN: DE000A2G9M17) hat heute von der PEH Wertpapier AG (ISIN: DE0006201403) ein Verlangen gemäß § 62 Abs. 1 und 5 UmwG in Verbindung mit §§ 327a ff. AktG erhalten, wonach zwischen der PEH Wertpapier AG und der capsensixx AG ein Verschmelzungsvertrag abgeschlossen und die Hauptversammlung der capsensixx AG über die Übertragung der Aktien der übrigen Aktionäre (Minderheitsaktionäre) auf die PEH Wertpapier AG als Hauptaktionärin gegen Gewährung einer angemessenen Barabfindung beschließen soll (sog. verschmelzungsrechtlicher Squeeze-out).
Die PEH Wertpapier AG hat der capsensixx AG mitgeteilt, dass sie nach Abzug der Anzahl der von der capsensixx AG gehaltenen 103.373 eigenen Aktien gemäß § 62 Abs. 1 Satz 2 UmwG rund 92,83% am Grundkapital der capsensixx AG hält. Damit ist die PEH Wertpapier AG Hauptaktionärin der capsensixx AG im Sinne von § 62 Abs. 5 UmwG in Verbindung mit § 327a Abs. 1 AktG.
Die Höhe der angemessenen Barabfindung, die die PEH Wertpapier AG den übrigen Aktionären der capsensixx AG für die Übertragung der Aktien gewähren wird, wird die PEH Wertpapier AG zu einem späteren Zeitpunkt mitteilen.
Die capsensixx AG wird entsprechend den gesetzlichen Vorgaben über den Zeitpunkt der Hauptversammlung, in der ein entsprechender Übertragungsbeschluss gefasst werden soll, informieren. Verhandlungen über einen Verschmelzungsvertrag zwischen der PEH Wertpapier AG und der capsensixx AG sollen aufgenommen werden.
von Rechtsanwalt Martin Arendts, M.B.L.-HSG
In dem Spruchverfahren zum Squeeze-out bei der EQS Group AG zugunsten der Pineapple German Bidco GmbH (ein Transaktionsvehikel der IT-Investmentfirma Thoma Bravo, L.P.) hatte das LG München I die Sache am 24. Juli 2025 verhandelt und dabei die Abfindungsprüfer, Herr WP Andreas Creutzmann und Herr WP Dr. Jörn Stellbrink, IVA Valuation & Advisory AG, angehört. Mit dem nunmehr verkündeten Beschluss vom 13. Februar 2026 hat das Landgericht die Spruchanträge zurückgewiesen. Gegen diese erstinstanzliche Entscheidung können die Antragsteller innerhalb von einem Monat Beschwerde einlegen (über die das Bayerische Oberste Landesgericht entscheidet).
Nach Auffassung des Landgerichts war die angebotene Barabfindung in Höhe von EUR40,- je EQDS-Aktie angemessen. Der Börsenkurs sei vorliegend zur Bewertung der Unternehmensbeteiligung der Minderheitsaktionäre geeignet gewesen (Beschluss, S. 11). Nach Ansicht des Gerichts war eine ausreichend effektive Informationsbewertung durch die Marktteilnehmer möglich (S.14). Es könne von einer ausreichenden Liquidität im Aktienhandel ausgegangen werden (S. 15). Es wäre verfehlt, die Anwendung des Börsenkurses am Umfang des Streubesitzes scheitern zu lassen, wenn die Liquiditätsanalyse ergibt, dass die Aktie ausreichend verkehrsfähig ist (vgl. Drescher, FS Paefgen 2025, 89, 96: Zweifel können vor allem mit der Liquiditätsanalyse beseitigt werden). Dabei komme es auch nicht darauf an, dass ein aussagekräftiger eigener Betafaktor der Gesellschaft fehlt.
LG München I, Beschluss vom 13. Februar 2026, Az. 5 HK O 14435/24Die Rechtsanwaltskanzlei ARENDTS ANWÄLTE vertritt und berät voraussichtlich Minderheitsaktionäre insbesondere bei folgenden anstehenden aktienrechtlichen Spruchverfahren bzw. Strukturmaßnahmen:
PharmaSGP Holding SE: Delisting-Vereinbarung mit FUTRUE GmbH, Delisting, verschmelzungsrechtlicher Squeeze-out, am 9. Dezember 2025 im Handelsregister eingetragen (Fristende: 9. März 2026)
Pulsion Medical Systems SE: Squeeze-out zugunsten der MAQUET Medical Systems AG (Tochtergesellschaft der Getinge AB) zu EUR 20,57, Hauptversammlung am 17. Oktober 2025, Eintragung im Handelsregister am 19. November 2025 (Fristende: 19. Februar 2026)
Tele Columbus AG: Squeeze-out zugunsten der Kublai GmbH
Die Commerzbank hat im Geschäftsjahr 2025 das beste Operative Ergebnis in ihrer Geschichte erzielt: Im Vergleich zum Vorjahr stieg es um 18 % auf 4,5 Mrd. Euro. Das Nettoergebnis belief sich auf 2,6 Mrd. Euro und liegt damit über dem angestrebten Ziel von 2,5 Mrd. Euro – trotz Restrukturierungsaufwendungen für die Transformation der Bank in Höhe von insgesamt 562 Mio. Euro. Bereinigt um diese Restrukturierungsaufwendungen erhöhte sich das Nettoergebnis um rund 13 % auf einen Rekordwert von 3 Mrd. Euro. Grundlage für diese starke Performance waren vor allem die um 10 % höheren Erträge. Dazu trugen maßgeblich die starke Entwicklung des Provisionsüberschusses und das sehr gute Abschneiden der polnischen Tochtergesellschaft mBank bei. Ebenso lag der Zinsüberschuss trotz deutlich gesunkener Leitzinsen nahezu stabil auf Vorjahresniveau. Das Geschäft mit Privat- und Unternehmerkunden in Deutschland profitierte vor allem von einem Anstieg des Wertpapiergeschäfts um rund 11 %. Im Segment Firmenkunden erhöhte sich das Kreditvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 10 %. Das Risikoergebnis lag in einem wirtschaftlich weiterhin herausfordernden Umfeld mit minus 722 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Ihre Cost-Income-Ratio hat die Bank um weitere 2 Prozentpunkte auf 57 % verbessert.
„Wir haben unsere ehrgeizigen Wachstumsziele für 2025 nicht nur erreicht, sondern an vielen Stellen sogar übertroffen. Und unser Aktienkurs hat sich mehr als verdoppelt. Das zeigt: Die Commerzbank spielt heute in einer anderen Liga“, sagte Bettina Orlopp, Vorstandsvorsitzende der Commerzbank. „Wir sind überzeugt, dass wir in den kommenden Jahren noch viel Potenzial heben können.“
Im ersten Jahr der Umsetzung der Strategie „Momentum“ wurden wichtige Weichen für die Transformation der Bank gestellt. Ihr Geschäftsmodell richtet die Bank noch stärker an ihren Kundinnen und Kunden aus, um noch mehr Wert für sie zu schaffen. Das Segment Privat- und Unternehmerkunden in Deutschland legte mit seinem weiterentwickelten Betreuungsmodell im Oktober 2025 die Grundlage für weiteres Wachstum. Durch die Neuausrichtung schafft die Bank mehr Zeit für die qualifizierte Beratung ihrer Kundinnen und Kunden und stärkt zudem die Filialen.
Den Einsatz von Anwendungen, die auf künstlicher Intelligenz (KI) basieren, hat die Bank deutlich ausgeweitet. Damit werden nicht nur erste Produktivitätssteigerungen realisiert, sondern auch das Kundenerlebnis und die Unterstützung der Mitarbeitenden verbessert. Im Kunden- und Beratungscenter führt die Commerzbank derzeit einen neuen digitalen und KI-basierten Assistenten ein, der die Effizienz und Qualität der Beratungsleistung erhöht. Dieser „Agent Assist“ entlastet Beraterinnen und Berater von administrativen Tätigkeiten. Kundengespräche werden in Echtzeit zusammengefasst, und basierend auf Wissensdatenbanken werden rasch passende Lösungen vorgeschlagen. Zudem steht mehr als 30.000 Mitarbeitenden der Commerzbank im In- und Ausland der Chatbot „cobaGPT“ zur Verfügung. Er macht den Arbeitsalltag leichter und steigert die Produktivität.
Das selbst entwickelte Tool „Fraud AI“ hilft, betrügerische Aktivitäten automatisiert zu erkennen und schneller darauf zu reagieren, wodurch Verluste für die Bank effektiv reduziert werden. Gleichzeitig trägt das Tool zur Einhaltung regulatorischer Anforderungen bei. Auch im Bereich der Kundenüberprüfung zur Geldwäscheprävention („Know Your Customer“, KYC) optimiert und automatisiert die Commerzbank ihre Prozesse. Dies gewährleistet eine effiziente Anwendung neuer Vorschriften und minimiert Kosten.
Nutzerinnen und Nutzer der Commerzbank-Banking-App können seit April vergangenen Jahres ebenfalls KI-Funktionen für ihre Bankgeschäfte nutzen. Mit der virtuellen Assistentin „Ava“ hat die Commerzbank als eine der ersten Banken eine Kundenanwendung eingeführt, die generative KI und Avatar-Technologie miteinander verbindet. Ava hilft bei Serviceanliegen und Kontoverwaltung und beantwortet Fragen zu Commerzbank-Produkten.
Diese KI-Anwendungen plant die Bank im laufenden Geschäftsjahr weiter auszubauen. Zusätzlich sollen neue generative KI-Anwendungsfälle wie etwa die Erstellung von Verträgen eingeführt werden. Dabei wird auch die Pilotierung agentischer KI gemeinsam mit strategischen Partnern vorangetrieben.
Personal: Hohe Teilnahmequote bei Mitarbeiteraktienprogramm
Die Bank hat ihr Mitarbeiteraktienprogramm in der AG Deutschland und an den internationalen Standorten im vierten Quartal 2025 erfolgreich eingeführt. Rund 90 % der berechtigten Mitarbeitenden nahmen an dem Programm teil. Die Bank plant, das Programm im zweiten Quartal 2026 fortzusetzen. Ziel ist es, die Belegschaft noch stärker am Erfolg der Bank zu beteiligen.
Bei der Umsetzung ihrer personalwirtschaftlichen Ziele kommt die Commerzbank weiterhin sehr gut voran. Für den Stellenabbau setzt die Bank auf bewährte Sozialplaninstrumente, insbesondere Altersteilzeit und Vorruhestand. Ein vorgezogenes freiwilliges Altersteilzeit-Programm mit einer Zusatzprämie stieß bereits auf positive Resonanz. Auch die anderen Sozialplaninstrumente werden rege nachgefragt.
Geschäftsentwicklung: Provisionsüberschuss erreicht Wachstumsziel von 7 %
Die Commerzbank steigerte ihre Erträge im Geschäftsjahr 2025 um rund 10 % auf 12.171 Mio. Euro (2024: 11.106 Mio. Euro). Mit einem Wachstum von 7 % auf 4.029 Mio. Euro trug dazu maßgeblich der Provisionsüberschuss bei (2024: 3.762 Mio. Euro). Den Zinsüberschuss hielt die Bank trotz gesunkener Leitzinsen mit 8.226 Mio. Euro nahezu auf dem hohen Niveau des Vorjahres (2024: 8.331 Mio. Euro). Auch die deutlich gesunkene Vorsorge für Rechtsrisiken bei Fremdwährungskrediten in Polen wirkte sich sehr positiv auf die Ertragsentwicklung aus.
Die Gesamtkosten der Bank lagen im Geschäftsjahr 2025 bei 6.940 Mio. Euro (2024: 6.526 Mio. Euro). Dahinter steht ein Anstieg des Verwaltungsaufwands um rund 7 % auf 6.666 Mio. Euro (2024: 6.244 Mio. Euro). Dabei wirkten sich maßgeblich zwei Sondereffekte aus: Zum einen führte der Anstieg des Aktienkurses zu einer im Vergleich zum Vorjahr rund 90 Mio. Euro höheren Bewertung der aktienbasierten variablen Vergütung. Zum anderen trug eine vorgezogene Abschreibung auf den erworbenen Kundenstamm der Aquila Capital Investmentgesellschaft (ACI) in Höhe von 117 Mio. Euro zu den erhöhten Kosten bei. Die ACI sieht sich aktuell in einzelnen Märkten schwierigen Rahmenbedingungen gegenüber. Insbesondere Vorhaben im Bereich der erneuerbaren Energien, die noch in einer frühen Realisierungsphase sind, stehen vor makroökonomischen Herausforderungen. Ohne diese Einmalaufwände belief sich der Kostenanstieg auf rund 3 % im Vergleich zum Vorjahr. Dieser resultierte vor allem aus allgemeinen Gehaltserhöhungen, Investitionen und dem Personalaufbau im Zusammenhang mit Shoring- und Sourcing-Aktivitäten der Bank. Bei der polnischen Tochter mBank führten die anhaltenden Wachstumsinvestitionen zu einem Kostenanstieg. Aktives Kostenmanagement sowie der leichte Rückgang der Pflichtbeiträge auf 274 Mio. Euro (2024: 283 Mio. Euro) konnten den Kostenanstieg im Konzern jedoch teilweise ausgleichen. Ihre Cost-Income-Ratio verbesserte die Commerzbank wie angestrebt um 2 Prozentpunkte auf 57 % im Gesamtjahr (2024: 59 %).
Das Risikoergebnis lag trotz des weiterhin herausfordernden Marktumfeldes mit minus 722 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres (2024: minus 743 Mio. Euro). Enthalten sind Anpassungen von Methoden und Modellen aufgrund makroökonomischer Risiken sowie eine turnusgemäße Neukalibrierung ausgewählter Risikoparameter. Nach Auflösung des Sekundäreffekte-Top-Level-Adjustments (TLA) im zweiten Quartal 2025 umfasst die Risikovorsorge zur Abdeckung von Unsicherheiten durch makroökonomische Entwicklungen und Novel Risks wie Klima- und Umweltrisiken weiterhin Overlays von 147 Mio. Euro. Die Non-Performing-Exposure-Quote (NPE-Quote) betrug zum Jahresende 1,1 %, was die Resilienz des Kreditbuches der Bank belegt (2024: 1,1 %).
Ihr Operatives Ergebnis steigerte die Commerzbank um 18 % auf den Rekordwert von 4.509 Mio. Euro (2024: 3.837 Mio. Euro). Das Konzernergebnis nach Steuern und Minderheiten belief sich auf 2.625 Mio. Euro (2024: 2.677 Mio. Euro). Für die Transformation der Bank fielen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 562 Mio. Euro an, die zum Großteil im zweiten Quartal gebucht wurden. Ohne diesen Sonderaufwand hätte die Commerzbank ihr Nettoergebnis um rund 13 % auf 3.010 Mio. Euro gesteigert.
Die harte Kernkapitalquote (CET-1-Quote) lag zum Stichtag 31. Dezember 2025 bei 14,7 % (Q3 2025: 14,7 %; Q4 2024: 15,1 %). Der Abstand zur regulatorischen Mindestanforderung (MDA-Schwelle) von derzeit rund 10,4 % betrug damit 438 Basispunkte. Die Nettoeigenkapitalrendite (Net RoTE) der Bank belief sich im Gesamtjahr auf 8,7 % (2024: 9,2 %). Vor Restrukturierungsaufwendungen beträgt sie 10,0 %. Damit hat die Bank ihr selbstgestecktes Profitabilitätsziel übertroffen und den höchsten Net RoTE seit der Finanzkrise erzielt.
Auf Basis ihrer starken Ergebnisse wird die Commerzbank für das Geschäftsjahr 2025 insgesamt rund 2,7 Mrd. Euro und damit 100 % ihres Nettoergebnisses vor Restrukturierungsaufwendungen und nach Abzug von Additional-Tier-1-(AT-1-)Kupons an ihre Aktionärinnen und Aktionäre zurückgeben. Das ist fast 1 Mrd. Euro mehr als im Vorjahr. Die Kapitalrückgabe setzt sich aus zwei Aktienrückkäufen sowie einer Dividendenzahlung zusammen. Neben dem im Dezember 2025 abgeschlossenen Aktienrückkauf über rund 1 Mrd. Euro hat der Vorstand einen weiteren Rückkauf über bis zu 540 Mio. Euro beschlossen. Dieser startet nach der Berichterstattung für das Geschäftsjahr 2025 und soll spätestens bis zum 26. März 2026 abgeschlossen sein. Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen, der Hauptversammlung eine auf 1,10 Euro (2024: 0,65 Euro) erhöhte Dividende je Aktie vorzuschlagen. Für die Jahre 2022 bis 2025 wird die Bank damit in Summe rund 5,8 Mrd. Euro an ihre Aktionärinnen und Aktionäre zurückgeben.
„Die geplante Erhöhung der Dividende auf 1,10 Euro je Aktie und unsere umfangreichen Aktienrückkäufe zeigen, dass wir nachhaltig Wert für unsere Investorinnen und Investoren schaffen“, sagte Finanzvorstand Carsten Schmitt. „Wir wollen den Anteil der Dividende an der Kapitalrückgabe in Zukunft weiter steigern und die Commerzbank somit auch als attraktiven Dividendentitel fest am Markt etablieren.“
Entwicklung der Segmente: Kreditvolumen bei Firmenkunden deutlich erhöht
Das Firmenkundensegment erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr Erträge in Höhe von 4.865 Mio. Euro (2024: 4.973 Mio. Euro). Der Provisionsüberschuss erhöhte sich um rund 5 % auf 1.421 Mio. Euro (2024: 1.355 Mio. Euro). Das Segment profitierte von einer sehr guten Entwicklung im Kredit- und Garantiegeschäft, insbesondere bei Konsortialkrediten. Das Kreditvolumen wuchs im Durchschnitt des vierten Quartals deutlich um 10 % auf 115 Mrd. Euro (Q4 2024: 104 Mrd. Euro). Der Zinsüberschuss legte um rund 8 % zu, auf 2.498 Mio. Euro (2024: 2.312 Mio. Euro). Diesem Zuwachs stand jedoch ein Rückgang im Fair-Value-Ergebnis aufgrund von Bewertungseffekten bei Derivaten gegenüber. Begünstigt durch ein niedrigeres Risikoergebnis lag das Operative Ergebnis des Firmenkundensegments mit 2.151 Mio. Euro nahezu auf dem hohen Niveau des Vorjahres (2024: 2.174 Mio. Euro).
Im Geschäft mit Privat- und Unternehmerkunden in Deutschland steigerte die Bank ihre Erträge im Geschäftsjahr um rund 4 % auf 4.607 Mio. Euro (2024: 4.433 Mio. Euro). Der Anstieg kam zu großen Teilen aus dem Provisionsüberschuss, der um 7 % auf 2.101 Mio. Euro wuchs (2024: 1.963 Mio. Euro). Treiber der guten Performance war das starke Wertpapiergeschäft, dessen Erträge um rund 11 % zulegten. Von der Volatilität an den Aktienmärkten profitierte insbesondere das Brokerage-Geschäft der comdirect, deren Kundinnen und Kunden besonders viel handelten. Das Wertpapiervolumen profitierte von der positiven Marktentwicklung und erhöhte sich per Ende Dezember 2025 auf 266 Mrd. Euro (Ende 2024: 243 Mrd. Euro). Im Zahlungsverkehr trug das neue Preismodell für das Girokonto zum Ertragsanstieg bei. In einem wettbewerbsintensiven Umfeld stiegen die Einlagen von Privat- und Unternehmerkunden in Deutschland dank attraktiver Sonderaktionen im Durchschnitt des vierten Quartals deutlich auf 179 Mrd. Euro (Q4 2024: 173 Mrd. Euro). Das Kreditvolumen blieb stabil bei durchschnittlich 125 Mrd. Euro (Q4 2024: 125 Mrd. Euro), wovon 96 Mrd. Euro auf Baufinanzierungen entfielen (Q4 2024: 96 Mrd. Euro). Der Zinsüberschuss im Geschäft mit Privat- und Unternehmerkunden in Deutschland stieg trotz gesunkener Leitzinsen auf 2.417 Mio. Euro (2024: 2.378 Mio. Euro). Dabei wirkten sich die positive Entwicklung in der Baufinanzierung und die steigenden Beiträge aus dem Replikationsportfolio aus. Das Operative Ergebnis lag mit 1.276 Mio. Euro unter dem Vorjahr (2024: 1.355 Mio. Euro). Gründe dafür sind ein im Vergleich zum Vorjahr höheres Risikoergebnis sowie die vorgezogene Abschreibung auf den erworbenen Kundenstamm der ACI.
Die polnische Tochter mBank steigerte ihre Erträge im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich um 37 % auf 2.329 Mio. Euro (2024: 1.702 Mio. Euro). Dabei profitierte sie vor allem von der deutlich gesunkenen Vorsorge für Rechtsrisiken aus Fremdwährungskrediten, die sich im Vergleich zum Vorjahr auf 483 Mio. Euro halbierte (2024: 1.002 Mio. Euro). Ein weiterer Wachstumstreiber war der Provisionsüberschuss, der durch starke transaktionsbasierte Geschäftstätigkeiten, insbesondere im Zahlungsverkehr, sowie Sondereffekte im Zusammenhang mit Partnerschaften um 13 % auf 536 Mio. Euro zulegte (2024: 472 Mio. Euro). Der Zinsüberschuss lag aufgrund deutlich gesunkener Leitzinsen mit 2.296 Mio. Euro unter dem Niveau des Vorjahres (2024: 2.382 Mio. Euro). Dennoch blieb das Einlagen- und Kreditgeschäft dank gestiegener Volumen robust. Zusätzlich wirkten Erträge aus Zinsabsicherungsinstrumenten, die im Fair-Value-Ergebnis abgebildet werden, kompensierend. Insgesamt steuerte die polnische Tochtergesellschaft 1.050 Mio. Euro zum Operativen Ergebnis des Konzerns bei; 75 % mehr als im Vorjahr (2024: 599 Mio. Euro).
Ausblick 2026: Nettoergebnis über ursprünglichem Ziel von 3,2 Mrd. Euro erwartet
Im laufenden Geschäftsjahr erwartet die Commerzbank ein Nettoergebnis über dem ursprünglichen Ziel ihrer „Momentum“-Strategie von 3,2 Mrd. Euro. Die Grundlage des verbesserten Gewinnausblicks ist unter anderem die von rund 8,4 Mrd. Euro auf rund 8,5 Mrd. Euro erhöhte Prognose für den Zinsüberschuss. Für den Provisionsüberschuss wird abermals ein Wachstum von rund 7 % angestrebt. Die Bank wird ihr striktes Kostenmanagement auch im Jahr 2026 fortsetzen und plant angesichts der angehobenen Ertragserwartungen mit einer Cost-Income-Ratio von rund 54 %. Dies sind 2 Prozentpunkte weniger als das ursprüngliche Ziel von 56 %. Das Risikoergebnis wird bei rund 850 Mio. Euro erwartet. Die CET-1-Quote erwartet die Commerzbank nach der geplanten Kapitalrückgabe an die Aktionärinnen und Aktionäre zum Jahresende bei mehr als 14 %. Für die Nettoeigenkapitalrendite strebt sie einen Wert von mehr als 11,2 % an.
Die Kapitalrückgabe an die Aktionärinnen und Aktionäre soll weiterhin kontinuierlich steigen. Für das Geschäftsjahr 2026 strebt die Bank an, 100 % des Nettoergebnisses nach Abzug von AT-1-Kuponzahlungen an ihre Aktionärinnen und Aktionäre zurückzugeben. Auch für die nachfolgenden Jahre 2027 und 2028 plant die Commerzbank eine entsprechende Ausschüttungsquote von 100 % – abhängig von der erfolgreichen Umsetzung der Strategie, dem makroökonomischen Umfeld sowie der Zustimmung von Europäischer Zentralbank und Finanzagentur zu entsprechenden Aktienrückkäufen.
Zudem bekräftigt die Commerzbank ihre Finanzziele für das Jahr 2028 im Rahmen der Umsetzung ihrer Strategie „Momentum“: eine Nettoeigenkapitalrendite von 15 %, eine Cost-Income-Ratio von 50 %, eine harte Kernkapitalquote von 13,5 % sowie ein Nettoergebnis in Höhe von 4,2 Mrd. Euro.
Übersicht über wesentliche Finanzkennzahlen
| in Mio. Euro | 2025 | 2024 | 2025 vs. 2024 (in %) |
Q4 2025 |
Q4 2024 |
Q4 2025 vs. Q4 2024 (in %) |
Q3 2025 |
| Zinsüberschuss | 8.226 | 8.331 | – 1,3 | 2.049 | 2.080 | – 1,5 | 2.044 |
| Provisionsüberschuss | 4.029 | 3.762 | + 7,1 | 1.029 | 976 | + 5,4 | 985 |
| Fair-Value-Ergebnis1 | 14 | – 170 | 74 | 47 | + 56,1 | – 35 | |
| Sonstige Erträge | – 98 | – 817 | + 88,0 | – 11 | – 148 | + 92,6 | – 55 |
| Erträge | 12.171 | 11.106 | + 9,6 | 3.141 | 2.956 | + 6,3 | 2.939 |
| Erträge ohne Sondereffekte | 12.283 | 11.160 | + 10,1 | 3.132 | 2.874 | + 9,0 | 2.940 |
| Risikoergebnis | – 722 | – 743 | + 2,9 | – 207 | – 214 | + 3,1 | – 215 |
| Verwaltungsaufwendungen | 6.666 | 6.244 | + 6,8 | 1.809 | 1.693 | + 6,8 | 1.624 |
| Pflichtbeiträge | 274 | 283 | – 3,1 | 59 | 53 | + 11,2 | 53 |
| Operatives Ergebnis | 4.509 | 3.837 | + 17,5 | 1.067 | 996 | + 7,2 | 1.047 |
| Restrukturierungsaufwendungen | 562 | 3 | - | 9 | 20 | ||
| Ergebnis vor Steuern | 3.947 | 3.833 | + 3,0 | 1.059 | 996 | + 6,3 | 1.027 |
| Steuern | 1.089 | 989 | + 10,1 | 259 | 181 | + 42,6 | 375 |
| Minderheiten | 234 | 168 | + 39,2 | 63 | 64 | – 2,7 | 61 |
| Konzernergebnis2 | 2.625 | 2.677 | – 1,9 | 737 | 750 | – 1,7 | 591 |
| Cost-Income-Ratio im operativen Geschäft inkl. Pflichtbeiträgen (%) | 57,0 | 58,8 | 59,4 | 59,1 | 57,1 | ||
| Operativer RoTE (%) | 13,9 | 12,3 | 13,4 | 12,5 | 13,0 | ||
| Netto-RoTE (%) | 8,7 | 9,2 | 10,1 | 10,1 | 7,8 | ||
| Netto-RoTE (%) vor Restrukturierungsaufwendungen | 10,0 | 9,2 | |||||
| Netto-RoE (%) | 8,3 | 8,8 | 9,6 | 9,7 | 7,4 | ||
| CET-1-Quote (%) | 14,7 | 15,1 | 14,7 | 15,1 | 14,7 | ||
| Leverage Ratio | 4,3 | 4,8 | 4,3 | 4,8 | 4,3 | ||
| Bilanzsumme (Mrd. Euro) | 590 | 555 | 590 | 555 | 593 |
1 Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.
2 Den Commerzbank-Aktionärinnen und -Aktionären zurechenbares Konzernergebnis.
Die in dieser Pressemitteilung enthaltenen Zahlen für das Jahr 2025 sind vorläufig und untestiert.
Die Veranstaltungen des Tages im Überblick:
Bekanntmachung nach Art. 5 Abs. 1 lit. a) der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und Art. 2 Abs. 1 der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 2016/1052 / Aktienrückkaufprogramm 2026/I / Aktienrückkauf Mitarbeiteraktien 2026/I
Frankfurt am Main, 11. Februar 2026
Nach Erhalt der regulatorischen Zustimmungen hat der Vorstand der Commerzbank AG am 10. Februar 2026 beschlossen, einen Aktienrückkauf zu einem Gesamtkaufpreis (mit Erwerbsnebenkosten) von bis zu EUR 540 Mio. ("Aktienrückkaufprogramm 2026/I") vorzunehmen (vgl. Ad hoc-Mitteilung vom 10. Februar 2026). Zweck des Aktienrückkaufprogramms 2026/I ist die Verringerung des Grundkapitals der Commerzbank AG. Die im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2026/I zurückgekauften Aktien der Commerzbank AG werden daher eingezogen.
Zuzüglich dazu hat der Vorstand der Commerzbank AG nach Erhalt der regulatorischen Zustimmungen ebenfalls am 10. Februar 2026 beschlossen, eigene Aktien zu einem Gesamtkaufpreis (mit Erwerbsnebenkosten) von bis zu EUR 1 Mio. zu erwerben, um sie Mitarbeitenden im Rahmen eines Mitarbeiteraktienprogramms anzubieten („Aktienrückkauf Mitarbeiteraktien 2026/I“).
Der Rückkauf der eigenen Aktien (ISIN: DE000CBK1001) über den Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse und ggf. zusätzlich über die multilateralen Handelssysteme Cboe, Turquoise und Aquis innerhalb der Europäischen Union beginnt am 12. Februar 2026 und erfolgt innerhalb des Zeitraums bis spätestens zum 26. März 2026.
Das Aktienrückkaufprogramm 2026/I und der Aktienrückkauf Mitarbeiteraktien 2026/I werden auf der Grundlage der Ermächtigung der ordentlichen Hauptversammlung der Commerzbank AG vom 15. Mai 2025 durchgeführt. Danach ist die Commerzbank AG gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 14. Mai 2030 eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung über die Ermächtigung bestehenden Grundkapitals oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Commerzbank AG zu erwerben. Gemäß dieser Ermächtigung können derzeit bis zu Stück 81.776.929 Aktien zurückgekauft werden. Beim Erwerb der Aktien der Commerzbank AG über die Börse und die multilateralen Handelssysteme darf der gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Mittelwert der Aktienkurse (Schlussauktionspreise der Commerzbank-Aktie im Xetra-Handel bzw. in einem vergleichbaren Nachfolgesystem an der Frankfurter Wertpapierbörse) an den dem jeweiligen Erwerb vorangehenden drei Handelstagen um nicht mehr als 10% überschreiten und um nicht mehr als 20% unterschreiten.
Der Erwerb eigener Aktien im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2026/I und des Aktienrückkaufs Mitarbeiteraktien 2026/I erfolgt unter Beauftragung eines Kreditinstituts, wobei das Kreditinstitut die erworbenen Aktien an die Commerzbank AG weiterverkauft. Es ist vorgesehen, dass das beauftragte Kreditinstitut seine Entscheidungen über den Zeitpunkt des Erwerbs von Aktien der Commerzbank AG entsprechend Art. 4 Abs. 2 lit. b) der Delegierten Verordnung (EU) 2016/1052 der Kommission vom 8. März 2016 („Delegierte Verordnung (EU) 2016/1052“) unabhängig und unbeeinflusst von der Commerzbank AG trifft. Die Commerzbank AG wird insoweit keinen Einfluss auf die Entscheidungen des Kreditinstituts nehmen.
Die Commerzbank AG wird den Erwerb im Einklang mit Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 sowie den Bestimmungen der Delegierten Verordnung (EU) 2016/1052 und auf Grundlage der zuvor genannten Ermächtigung der Hauptversammlung der Commerzbank AG vom 15. Mai 2025 durchführen. Das mit dem Erwerb von Aktien der Commerzbank AG beauftragte Kreditinstitut wurde von der Commerzbank AG entsprechend verpflichtet.
Die Aktien der Commerzbank AG werden zu Marktpreisen im Einklang mit den Handelsbedingungen gemäß Art. 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2016/1052 erworben. Insbesondere werden die Aktien der Commerzbank AG nicht zu einem Kurs erworben, der über dem des letzten unabhängig getätigten Abschlusses oder (sollte dieser höher sein) über dem des derzeit höchsten unabhängigen Angebots auf dem Handelsplatz, auf dem der Kauf stattfindet, liegt. Darüber hinaus wird die Commerzbank AG an einem Handelstag nicht mehr als 25% des durchschnittlichen täglichen Aktienumsatzes auf dem Handelsplatz, auf dem der Kauf erfolgt, erwerben. Der durchschnittliche tägliche Aktienumsatz wird berechnet auf Basis des durchschnittlichen täglichen Handelsvolumens während der 20 Börsentage vor dem jeweiligen Kauftermin.
Das Aktienrückkaufprogramm 2026/I bzw. der Aktienrückkauf Mitarbeiteraktien 2026/I können, soweit erforderlich und rechtlich zulässig, jederzeit ausgesetzt und auch wieder aufgenommen werden.
Informationen zu den mit dem Aktienrückkaufprogramm 2026/I bzw. dem Aktienrückkauf Mitarbeiteraktien 2026/I zusammenhängenden Geschäften werden spätestens am Ende des siebten Handelstages nach dem Tag der Ausführung solcher Geschäfte gemäß Art. 2 Abs. 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2016/1052 angemessen bekanntgegeben. Darüber hinaus wird die Commerzbank AG die bekanntgegebenen Geschäfte auf ihrer Website im Bereich "Investor Relations" (www.investor-relations.commerzbank.com) veröffentlichen und dafür sorgen, dass die Informationen ab dem Tag der Bekanntgabe mindestens fünf Jahre öffentlich zugänglich bleiben.
Corporate News
- Vom Unternehmen eingeleitete noch laufende Untersuchungen erfordern mehr Zeit für die Aufstellung und Abschlussprüfung
- Verkauf der US-Tochter Centor zur Optimierung der Kapital- und Finanzierungsstruktur noch in diesem Jahr
- Transformationsprogramm erfolgreich gestartet
- Ausblick 2026: Umsatz von 2,3 - 2,4 Mrd. Euro und moderat positiver Free Cashflow erwartet
Düsseldorf, 10. Februar 2026. Gerresheimer, innovativer System- und Lösungsanbieter und globaler Partner für die Pharma-, Biotech- und Kosmetikbranche, verschiebt die Veröffentlichung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2025. Ein neuer Veröffentlichungstermin wird in Absprache mit dem Abschlussprüfer festgelegt werden. Gerresheimer hat aufgrund interner Hinweise in Abstimmung mit dem Abschlussprüfer weitere Untersuchungen durch eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zur Erfassung von Umsatzerlösen und Bilanzierung in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 beauftragt. Damit will das Unternehmen sicherstellen, dass die Vorjahreszahlen, unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus der Untersuchung einer unabhängigen Rechtsanwaltskanzlei im Zusammenhang mit dem laufenden BaFin-Verfahren, umfassend korrigiert werden und der Jahres- und der Konzernabschluss 2025 den qualitativen Ansprüchen vollumfänglich gerecht werden. Da die Untersuchungen derzeit noch andauern, besteht ein höherer zeitlicher Bedarf für die Erstellung und Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2025 einschließlich der Korrektur der Vorjahreszahlen. Um die Kapital- und Finanzierungsstruktur zu optimieren, hat Gerresheimer den Verkauf der US-Tochter Centor Inc. initiiert. Centor ist ein führender Anbieter von Verpackungssystemen für die Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente in den USA. Für den Verkauf wurde die Investmentbank Morgan Stanley & Co. International plc mandatiert. Parallel dazu treibt Gerresheimer die Umsetzung des umfassenden Transformationsprogramms gto voran, um das Unternehmen zurück auf einen profitablen Wachstumskurs zu führen. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Gerresheimer einen Umsatz von rund 2,3 bis 2,4 Mrd. Euro Umsatz, eine Adjusted EBITDA-Marge von rund 18 bis 19 % und einen moderat positiven Free Cashflow.
„Als neu formiertes Vorstandsteam wollen wir sicherstellen, dass der
Jahres- und der Konzernabschluss 2025 unseren Ansprüchen an Qualität,
Konformität und Transparenz vollumfänglich entspricht“, so Wolf Lehmann,
CFO der Gerresheimer AG. „Aufgrund der noch laufenden Untersuchungen
dauert der Prozess länger als erwartet. Wir arbeiten die bislang
identifizierten Sachverhalte aus den Untersuchungen strukturiert und in
enger Abstimmung mit dem Abschlussprüfer auf.“
„Der Fokus auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren
Kunden und die konsequente Umsetzung unseres Transformationsprogramms
werden Gerresheimer zurück in die Erfolgsspur bringen“, so Uwe Röhrhoff,
CEO der Gerresheimer AG. „Die Optimierung unserer Kapital- und
Finanzierungsstruktur durch den geplanten Verkauf von Centor verschafft
uns die Möglichkeit, erforderliche Maßnahmen umzusetzen und damit das
vorhandene Potenzial unseres Unternehmens zu heben.“
Untersuchungen dauern an
Gerresheimer hat aufgrund interner Hinweise in Abstimmung mit dem Abschlussprüfer weitere Untersuchungen durch eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zur Umsatzerfassung und Bilanzierung in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 beauftragt.
Nach bisherigen Erkenntnissen der vom Unternehmen eingeleiteten neuen Untersuchungen haben einzelne Mitarbeitende gegen interne Richtlinien und IFRS-Regelungen verstoßen. Die daraus resultierenden Korrekturen im Konzernabschluss betreffen im Wesentlichen die Erfassung von Umsatzerlösen und die Bilanzierung und Bewertung von Vorräten. Gerresheimer prüft weiter Ursachen und Verantwortlichkeiten und hat bereits erste personelle und organisatorische Konsequenzen gezogen.
Auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse der laufenden Untersuchungen
und der Abschlussprüfungsarbeiten inklusive der bereits angekündigten
Korrekturen von Umsätzen aus Bill-and-Hold ergibt sich damit für das
Geschäftsjahr 2024 aktuell ein Korrekturbedarf von insgesamt
voraussichtlich rund -35 Mio. Euro bei den Umsatzerlösen und
voraussichtlich rund -24 Mio. Euro beim Adjusted EBITDA. Die im Rahmen
der noch laufenden Untersuchungen identifizierten fehlerhaften Buchungen
aus dem Geschäftsjahr 2025 werden korrigiert.
Auswirkungen auf die Prognose 2025 und erwartete Wertminderungen
Nach dem derzeitigen Stand der Abschlussarbeiten und unter Berücksichtigung der Erkenntnisse der laufenden Untersuchungen wird der Umsatzrückgang 2025 voraussichtlich am oberen Ende der Prognosespanne von -4 bis -2 % oder geringfügig besser ausfallen. Die Adjusted EBITDA-Marge wird im Geschäftsjahr 2025 voraussichtlich zwischen 16,5 und 17,5 % liegen (zuvor 18,5 bis 19,0 %). Das Adjusted EPS wird voraussichtlich im hohen zweistelligen Prozentbereich zurückgehen und kann auch negativ werden (zuvor: Rückgang im mittleren zweistelligen Prozentbereich).
Nach den bislang vorliegenden Ergebnissen der Impairment-Tests erwartet Gerresheimer im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2025 nicht-zahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von rund 220 bis 240 Mio. EUR. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um Wertminderungen von Technologie- und Entwicklungsprojekten der Sensile Medical AG sowie unter anderem um Wertminderungen der Vermögenswerte der Gerresheimer Moulded Glass Chicago Inc., Chicago, USA. Das Moulded-Glass-Werk in Chicago Heights wird als eine der Maßnahmen der Transformationsinitiative zum Ende des Geschäftsjahres 2026 geschlossen.
Verkauf von Centor zur Optimierung der Kapital- und Finanzierungsstruktur
Aufgrund des starken Interesses von potenziellen Käufern hat
Gerresheimer den Verkauf der 100-%-Tochter Centor Inc., USA, initiiert
und plant diesen noch in diesem Jahr abzuschließen. Centor ist ein
führender Anbieter von Verpackungssystemen für die Abgabe
verschreibungspflichtiger Medikamente in den USA. Mit dem Verkauf, für
den bereits die Investmentbank Morgan Stanley & Co. International
plc mandatiert ist, will das Unternehmen seine Kapital- und
Finanzierungsstruktur optimieren. Auch die Separierung des
Moulded-Glass-Geschäfts wird weiter vorangetrieben, der beabsichtigte
anschließende Verkaufsprozess wird jedoch nicht im Geschäftsjahr 2026,
sondern zu einem späteren Zeitpunkt initiiert werden.
Transformationsprogramm gto erfolgreich gestartet
Um das Unternehmen auf einen profitablen Wachstumskurs zu führen,
setzt Gerresheimer derzeit ein umfassendes Transformationsprogramm zur
Kostensenkung, Performance-Steigerung und Verbesserung des Free Cashflow
um. Das Programm beinhaltet unter anderem eine selektivere
Investitionsplanung, ein verbessertes Working-Capital-Management,
Maßnahmen zur Steigerung der operativen und vertrieblichen Performance
und die Optimierung des Einkaufs sowie des globalen
Produktionsnetzwerkes. So wird Gerresheimer beispielsweise das
Type-1-Moulded-Glass-Werk in Chicago Heights, USA, bis zum Ende des
Geschäftsjahres 2026 schließen und das Geschäft auf die drei weiteren
Type-1-Moulded-Glass-Werke in Italien und Indien verlagern.
Ausblick 2026: Positiver Free Cashflow
Gerresheimer sieht für den Pharma- und Kosmetikmarkt im Geschäftsjahr 2026 ein stabiles bis leicht wachsendes Marktumfeld. Das Unternehmen erwartet trotz eines voraussichtlich schwächeren ersten Halbjahres, vor M&A-Aktivitäten Umsatzerlöse von rund 2,3 bis 2,4 Mrd. Euro, eine Adjusted EBITDA-Marge von rund 18 bis 19 % sowie einen moderat positiven Free Cashflow.
Über Gerresheimer
Gerresheimer ist als innovativer System- und Lösungsanbieter der globale
Partner für die Pharma-, Biotech- und Kosmetikbranche. Die Gruppe
bietet ein umfassendes Portfolio an Drug-Containment-Lösungen inklusive
Verschlüsse und Zubehör, sowie Drug-Delivery-Systemen, Medizinprodukten
und Lösungen für die Gesundheitsbranche an. Das Leistungsspektrum
umfasst unter anderem digitale Lösungen für die Therapiebegleitung,
On-Body Devices, Spritzen, Pens, Autoinjektoren und Inhalatoren sowie
Injektionsfläschchen, Karpulen, Ampullen, Tablettenbehälter, Infusions-,
Tropf- und Sirupflaschen. Gerresheimer sorgt dafür, dass Medikamente
sicher zum Patienten gelangen und zuverlässig verabreicht werden können.
Gerresheimer unterstützt seine Kunden mit umfassenden Dienstleistungen
entlang der Wertschöpfungskette und der Adressierung der wachsenden
Nachfrage nach mehr Nachhaltigkeit. Mit über 40 Produktionsstandorten in
16 Ländern in Europa, Amerika und Asien ist Gerresheimer weltweit
präsent und produziert vor Ort für die regionalen Märkte. Die Gruppe
erwirtschaftete zusammen mit Bormioli Pharma 2024 einen Umsatz von rund
2,4 Mrd. Euro und beschäftigt aktuell rund 13.600 Mitarbeitende. Die
Gerresheimer AG notiert im SDAX an der Frankfurter Wertpapierbörse
(ISIN: DE000A0LD6E6).
www.gerresheimer.com
von Rechtsanwalt Martin Arendts, M.B.L.-HSG
In dem Spruchverfahren zu dem Squeeze-out bei der KROMI Logistik AG hat das LG Hamburg nach zwei Verschiebungen einen Verhandlungstermin auf den 5. Juni 2026, 10:00 bis 15:00 Uhr, angesetzt. In dem Termin sollen die sachverständigen Prüfer zu ihrem Prüfungsbericht vom 10. Januar 2023 angehört werden. Hintergrund der nunmehrigen Ansetzung eines Termins ist der Umstand, dass sich die Antragsgegnerin seit letztem Jahr offenbar im Stadium der Abwicklung befindet.
LG Hamburg, Az. 415 HKO 42/23von Rechtsanwalt Martin Arendts, M.B.L.-HSG
In dem Spruchverfahren zum Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag der Vonovia SE als herrschender Gesellschaft und der Deutsche Wohnen SE als beherrschte Gesellschaft hat das LG Berlin II den zunächst zum gemeinsamen Vertreter bestellten Herrn Rechtsanwalt Dr. Martin Weimann mit Beschluss vom 3. Februar 2026 wieder entpflichtet und Herrn Rechtsanwalt Wolfgang Jahn, 14558 Nuthetal, zum neuen gemeinsamen Vertreter bestellt.
Im Rahmen des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags hatte sich die Vonovia SE dazu verpflichtet, auf Verlangen eines jeden außenstehenden Aktionärs der Deutsche Wohnen SE dessen Aktien gegen Gewährung von Aktien der Vonovia SE zu erwerben (im Verhältnis von 1,00 ST : 0,795 ST). Da ein Spruchverfahren eingeleitet worden ist, können die Aktionäre der Deutsche Wohnen SE gemäß § 305 Abs. 4 Satz 3 AktG noch bis zwei Monate nach Bekanntmachung der letzten Entscheidung des Spruchverfahrens im Bundesanzeiger ihre Aktien der Deutsche Wohnen SE gemäß den Bedingungen des Angebots bzw. der Entscheidung des Spruchverfahrens oder einer in diesem Zusammenhang gefundenen gütlichen Einigung in Aktien der Vonovia SE umtauschen.
von Rechtsanwalt Martin Arendts, M.B.L.-HSG
Das LG Mannheim hat mit Beschluss vom 1. Februar 2026 die Spruchverfahren zum Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (BuG) der Succession German Bidco GmbH mit der SNP Schneider-Neureither & Partner SE, Heidelberg, als beherrschter Gesellschaft zur gemeinsamen Verhandlung und Entscheidung verbunden. Es führt das Verfahren 23 O 45/25. Das Gericht hat mitgeteilt, Herrn Rechtsanwalt Dr. Georg Lauber, 53639 Königswinter, zum gemeinsamen Vertreter bestellen zu wollen.
Die Antragsgegnerin hat in einer Stellungnahme ausgeführt, dass nach Ihrer Auffassung die Antragsfrist erst mit Wirksamwerden des BuG, d.h. am 1. Januar 2026, zu laufen begonnen habe. Insoweit könnten noch Spruchanträge gestellt werden.
LG Mannheim, Az. 23 O 45/25Corporate News
Hamburg, 9. Februar 2026 – Encavis, ein führender
paneuropäischer Anbieter von Erneuerbaren Energien (IPP) mit Hauptsitz
in Hamburg, blickt auf ein überaus erfolgreiches Geschäftsjahr 2025
zurück. Insgesamt hat das Unternehmen im vergangenen Jahr 854 MW
zusätzliche Erzeugungskapazität ans Netz gebracht, davon 403 MW durch
neu erworbene Parks. Damit erhöht Encavis seine gesamte
Erzeugungskapazität aus grünem Strom auf 3,3 Gigawatt (GW). Zusätzlich
managt Encavis 1,6 GW für institutionelle Investoren.
Akquisitionen von Wind- und Solarparks bzw. -projekten (am Netz, im Bau
oder baureif) wurden insgesamt in der Größenordnung von 754 MW getätigt,
was einer zusätzlichen Stromerzeugung von 1,7 TWh entspricht –
ebenfalls absolute Rekordwerte. Unter den vielen Erwerbungen des Jahres
sticht besonders das italienische Giotto-Portfolio mit 265 MW hervor,
von denen bereits 248 MW grünen Strom produzieren. Auch das
Aragón-Portfolio mit Wind- und Solarparks in Nordspanien ist mit seinen
199 MW bemerkenswert.
Diese beiden Akquisitionen, für die Encavis Finanzierungen in Höhe von
200 Millionen Euro (Giotto) und 135 Millionen Euro (Aragón) arrangieren
konnte, zeigen deutlich: Encavis ist seit 2025 in der Lage, sogar
mehrere große Portfolien innerhalb eines Jahres zu erwerben und
erfolgreich zu finanzieren. Zudem konnten 2025 zahlreiche hochwertige
Wind- und Solarparks in Deutschland und Frankreich übernommen werden.
Ein weiterer Erfolg wurde in der jüngsten FER-X Auktionsrunde im
italienischen Markt erzielt, wo sich alle eingereichten Projekte
durchsetzen konnten. Die Encavis-Angebote erzielten einige der höchsten
Vergütungssätze des gesamten Verfahrens. Vier Solarprojekte aus der
italienischen Entwicklungspipeline, von denen einige bereits genehmigt
sind und andere kurz vor der finalen Genehmigung stehen, wurden
ausgewählt. Gemeinsam bringen sie 140 MW neue Kapazität in Mittel- und
Süditalien an den Start. Dieses außergewöhnliche Ergebnis stärkt die
Position von Encavis in einem der dynamischsten Solarmärkte Europas und
verleiht dem weiteren Ausbau der italienischen Entwicklungspipeline
zusätzlichen Schub.
Auch im Bereich der Batteriespeicher entwickelt sich Encavis stark
weiter. Die beiden BESS-Projekte in Hettstedt (12 MW) und Apeldoorn
(17 MW) stehen kurz vor der Inbetriebnahme und markieren wichtige
Meilensteine beim weiteren Ausbau dieses strategisch bedeutenden
Segments.
Zusätzlich gelang es Encavis, mehrere weitere wegweisende
Stromabnahmeverträge (PPAs) mit namhaften Unternehmen abzuschließen.
Besonders hervorzuheben ist das PPA mit der Carlsberg-Tochter
Sinebrychoff in Finnland, welches das wachsende Portfolio langfristiger
Lieferverträge weiter festigt. Darüber hinaus zählen globale
Technologiekonzerne wie Amazon, Google und Microsoft sowie europäische
Industrieunternehmen wie Aliaxis und Schouw &Co. zu den
verlässlichen Partnern. Diese breite Aufstellung unterstreicht die
Attraktivität des Erzeugungsportfolios und die starke Nachfrage nach
grüner Energie aus Encavis-Anlagen.
Auch Stern Energy überzeugte 2025 und stärkte seine
Systemintegrationskompetenz mit wichtigen EPC- und EPCm-Projekten,
darunter ein EPCm-Auftrag in Deutschland mit 65 MW sowie zwei
schlüsselfertige EPC-Projekte in Italien mit insgesamt 70 MW
einschließlich Netzanschlussarbeiten. Des Weiteren realisierte Stern
Energy in den letzten drei Jahren erfolgreiche Revamping-Projekte mit
einem Gesamtumfang von 191 MW.
Stern Energy erweiterte sein technologisches Spektrum, indem das
Unternehmen mit der Erbringung von O&M‑Dienstleistungen für
BESS‑Systeme in Italien und Deutschland begann. Parallel dazu stellte
die Gründung von Stern Engineering einen strategischen Schritt dar, um
das technische Know-how entlang der gesamten Service‑Wertschöpfungskette
zu vertiefen. Weitere betriebliche Innovationen umfassten den Start
eines Pilotprojekts für vollständig automatisiertes
Vegetationsmanagement mit autonomen Fahrzeugen. Darüber hinaus baute
Stern Energy seine europäische Präsenz durch die Eröffnung eines neuen
Büros in Dänemark aus und setzte sein Wachstum in allen operativen
Märkten fort.
Mario Schirru, CEO von Encavis, betont: „Was Encavis besonders
auszeichnet, ist die konsequent auf Kundenbedürfnisse ausgerichtete
Ausbau- und Vermarktungsstrategie in unseren europäischen Märkten. Wir
schaffen es, immer mehr hochwertige Wind- und Solarprojekte zu erwerben,
zu finanzieren und erfolgreich ans Netz zu bringen. Gleichzeitig
behalten wir den richtigen Länderfokus, eine ausgewogene Mischung aus
Wind- und Solarparks sowie einen ausgeglichenen Mix aus subventionierten
Assets und PPAs im Blick. Auf das, was unser gesamtes Team im Jahr 2025 erreicht hat, bin ich ausgesprochen stolz.“
_________________
Anmerkung der Redaktion:
Das Landgericht Hamburg hat die eingegangenen Spruchanträge zu dem kürzlich durchgeführten verschmelzungsrechtlichen Squeeze-out bei der ENCAVIS AG mit Beschluss
vom 5. Januar 2026 zu dem führenden Verfahren mit dem Aktenzeichen 403
HKO 140/25 verbunden.