In den vergangenen Wochen hat sich ein regelrechter Übernahmekampf um die Addiko Bank AG entwickelt. Sowohl die Raiffeisen Bank International AG (RBI) mit einem Angebot von 26,50 €, als auch die slowenische Nova Ljubljanska banka d.d. (NLB) mit nunmehr 37 € werben um verkaufswillige Aktionäre.
Bisher hat keines der Angebote die jeweils selbstgewählte Mindestannahmequote von 75 % der ausgegebenen und ausstehenden Addiko-Aktien erreicht. RBI hat jedoch bekanntgeben, dass ihr zum 29. Juni 2026 bereits Annahmeerklärungen für 50,72 % inkl. der 9,63 % der serbischen Alta Group d.o.o. vorliegen. Obwohl das Angebot der NLB signifikant höher ist, signalisiert der Börsenkurs eine deutlich größere Erfolgswahrscheinlichkeit für das Angebot der RBI.
IVA: Das NLB-Angebot hat aktuell wenig Aussicht auf Erfolg. Die Situation ist grundsätzlich sehr dynamisch. Die Bieter können ihre Bedingungen noch kurzfristig ändern, z.B. durch eine Reduktion der Annahmeschwelle, so wie heute um 17.28 Uhr von RBI mit Ad-hoc-Mitteilung angekündigt. Wir empfehlen daher die Annahmefrist bis 22.7.2026 um 17.00 Uhr voll auszuschöpfen und ggf. ihre Depotbank darauf hinzuweisen. Entscheidend für Streubesitzaktionäre dürfte der 17.7.2026 sein, da ab diesem Datum keine Widerrufe von bisherigen Annahmeerklärungen mehr möglich sind – auf diese wäre das NLB-Angebot nämlich angewiesen.
Florian Beckermann: „Eine Spatz-in-der-Hand-Taube-auf-dem-Dach-Situation mit einer signifikanten Preislücke sorgt insbesondere bei Streubesitzaktionären für Verunsicherung. Interessant wäre es, ob RBI durch eine abermalige Erhöhung des Angebotspreises die eigenen Chancen verbessern möchte. Ein gänzliches Scheitern des Übernahmekampfs würde die Probleme der Addiko jedenfalls nicht lösen.“
IVA Interessenverband für Anleger
Feldmühlgasse 22, A-1130 Wien
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